Schlafwandeln - Mondsucht - Nachtwandeln
Schlafwandeln, Mondsucht und Nachtwandeln haben einen Namen: Somnambulismus
Beim Schlafwandeln, auch als Mondsucht, Nachtwandeln oder Somnambulismus bezeichnet, handelt es sich um eine Störung des Aufwachmechanismus.
Schlafwandeln tritt in den Tiefschlafphasen des ersten Drittels des Nachtschlafes auf. Am häufigsten betroffen sind Kinder zwischen dem 6. und
12. Lebensjahr. Zum Großteil verschwinden die Beschwerden mit dem Einsetzen der Pubertät. Männer scheinen in der Regel häufiger vom Nachtwandeln
betroffen als Frauen.
In früherer Zeit suchte man die Ursachen der Störung im Vollmond, daher auch der Begriff Mondsucht. Wissenschaftlich ließ sich diese Theorie
nicht bestätigen. Erwiesen ist jedoch, der Betroffene bewegt sich bevorzugt auf Lichtquellen zu. Als gesichert gilt auch die Annahme, dass
Schlafwandeln in Familien gehäuft auftritt. Sind beide Elternteile davon betroffen, werden es zu 60% auch ihre Kinder sein. Einflüsse wie
Alkoholkonsum, Lärmbelastung, Harndrang oder Stress können das Auftreten von Nachtwandeln begünstigen.
Somnambulismus äußert sich zunächst in einem Aufsetzen im Bett, begleitet von Umschauen und motorischen Bewegungen wie Zupfen oder Schieben
des Bettzeugs. Der Betroffene verlässt im Schlafzustand das Bett, geht umher, öffnet Türen, kleidet sich an oder verlässt im Extremfall das Haus.
Dabei ist seine Mimik ausdruckslos, die Augen sind starr geöffnet. Meist findet er selbst wieder ins Bett zurück. Am nächsten Morgen fehlt die
Erinnerung oder ist nur traumähnlich vorhanden.
Während des Schlafwandelns besteht ein hohes Verletzungsrisiko. Meist bewegen sich Nachtwandler stur geradeaus, auch wenn der Weg endet. So
besteht eine hohe Absturzgefahr. Schlafwandler sollten niemals geweckt werden. Hilfreich ist es, sie behutsam ins Bett zu geleiten. Die
Betroffenen sind ansprechbar und reagieren auf Fragen. Bietet man ihnen etwas Essbares an, beenden sie meist ihre Wanderung und begeben sich
selbständig ins Bett zurück.
Während man Somnambulismus bei Kindern zwar beobachten, jedoch nicht dramatisieren sollte, ist bei Erwachsenen eine psychiatrische Behandlung
angezeigt. Unverarbeitete Konflikte der Vergangenheit können ebenso die Ursache sein, wie andere Krankheiten, zum Beispiel Formen der
Epilepsie.
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