Header Graphic
 

Schlaftabletten und Schlafmittel - keine wirklichen Helfer für einen gesunden Schlaf

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

In kritischen Momenten wie bei besonderem Stress, zum Beispiel durch den Tod eines Angehörigen, kann die Einnahme von einem Schlafmittel bzw. Schlaftabletten sinnvoll sein.

Dabei ist darauf zu achten, dass die Wahl des Mittels und seine Dosierung individuell durch einen Arzt auf den Patienten abgestimmt sind.

Zu berücksichtigen sind die Ursache der Schlafstörung, die Symptomatik (ob es sich um Einschlafprobleme oder Durchschlafstörungen handelt), das Alter der betroffenen Person, ob schon eine Schlaftherapie vorausgegangen ist und selbstverständlich, ob Krankheiten vorliegen, die gegen die Einnahme bestimmter Mittel sprechen.

So sollen Patienten mit einer Schlafapnoe oder einer Lungenkrankheit keine Benzodiazepine nehmen, da diese die Atmung beeinflussen. Auch für ältere Menschen sind sie oft nicht geeignet, da eine der Nebenwirkungen in einer erhöhten Sturzgefahr besteht, die bei einem nächtlichen Gang zur Toilette schwerwiegende Folgen haben kann.

Auch wenn Schlaftabletten eine unmittelbare Entlastung bewirken und damit unter Umständen vorbeugen, dass die Schlafstörung chronisch wird, ist es wichtig, die Dosis immer so niedrig wie möglich und die Einnahmedauer so kurz wie möglich zu halten, denn es gibt bis heute keine Schlaftabletten ohne Nebenwirkungen. Die Schlafmittel können vorübergehend helfen, aber nicht heilen.

Suchtgefahr bei Schlaftabletten!

Schlaftabletten sollten immer nur ein kurzfristiger Nothelfer sein. Trotzdem machen es sich viele Ärzte zu leicht und verschreiben vorschnell ein zu starkes Präparat.

Wenn das Einschlafen schwerfällt oder der Nachtschlaf ständig unterbrochen ist, wissen sich viele nicht anders zu helfen, als zur Schlaftablette zu greifen.

5 % der Bundesbürger nehmen regelmäßig Schlaftabletten ein. Mindestens jeder Zweite, der über 65 Jahre alt ist und über Schlafstörungen klagt, bekommt vom Arzt ein Medikament verschrieben.

Die Hälfte der Betroffenen gibt an, dass sie trotz des Mittels nicht mehr richtig schlafen kann.

Viele Ärzte machen es sich da einfach zu leicht, wenn sie ihren Patienten immer wieder Schlaftabletten aufschreiben. Natürlich sind die Patienten meist genauso uneinsichtig, denn viele Ärzte geben oftmals nur dem Drängen ihrer Patienten nach.

Doch eigentlich wissen es die Ärzte doch besser: Schlafmittel machen süchtig und haben nur dann einen Sinn, wenn sie kurzfristig eingesetzt werden. Mehr lesen Sie auch im Artikel: Schlaftabletten absetzen.

Eine US-amerikanische Untersuchung hat nun ergeben, dass sich bei Anwendern von Schlafmitteln in einem Beobachtungszeitraum von zweieinhalb Jahren signifikant mehr Todesfälle ergaben als in der Kontrollgruppe. Die Forscher hatten für die Studie zahlreiche Daten einer Versicherung ausgewertet.  Dabei stellten sie die Werte von 10.529 Hypnotika-Nutzern einer doppelt so großen Kontrollgruppe gegenüber (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22371848).
Das Risiko war, laut Studie, sogar bereits bei 18 Einnahmen pro Jahr erhöht und stieg mit der Menge der Einheiten weiter deutlich an. Bei mehr als 132 Einnahmen pro Jahr wuchs nicht nur das Sterberisiko in dem untersuchten Zeitraum, sondern auch die Krebsrate, diese allerdings nur leicht.

Interessant war dabei, dass sich eine Erhöhung des Sterberisikos bei allen acht untersuchten Schlafmitteln ergab, selbst bei den nur kurz wirksamen Arzneien, die gemeinhin als sicher und gut verträglich gelten.
Die Autoren des Fachartikels nennen verschiedene Gründe, die für den Anstieg des Sterblichkeitsrisikos verantwortlich sein können: Eine Überdosierung ist sehr naheliegend. Darüber hinaus stehen Schlaftabletten aber auch in Verdacht, Depressionen auszulösen und die Suizidgefahr zu erhöhen. Da Schlafmittel manchmal die motorischen und kognitiven Fähigkeiten vermindern, könnte es in der Folge außerdem zu mehr Verkehrsunfällen und Stürzen kommen.

Bei Patienten, die an Schlafapnoe, also dem zeitweisen Aussetzen des Atems, leiden, kann sich der Zeitraum des Atemstillstands durch Schlafmittel möglicherweise verlängern. Dies wiederum vermindert den Erholungswert des Schlafes. Unfälle und Stürze können hiervon ebenfalls eine Folge sein.

Dennoch ist diese Studie kein wissenschaftlicher Beweis dafür, dass Schlafmittel gefährlich sind. Vielmehr ist es ebenso möglich, dass ein umgekehrter Zusammenhang vorliegen kann: Denn Schlafstörungen sind auch ein Symptom zahlreicher schwerer Krankheiten. Also ist es ebenso möglich, dass die Sterblichkeit durch die Erkrankungen selber – etwa Asthma, Schlaganfall oder Diabetes – erhöht ist. Eine Korrelation mit der Einnahme von Schlafmitteln ist dann ebenfalls nur durch die Krankheit bedingt, ohne dass die Medikamente selber in irgendeinem direkten Zusammenhang zu dem Tod stehen.

Die Naturheilkunde hat viele Möglichkeiten zu helfen. Aber grundsätzlich muss man immer den Ursachen auf die Spur kommen.