Nachtaktive Organsysteme
Lange galt der Schlaf in der Medizin als ein vollkommen passiver Zustand, in dem der gesamte Körper eine Ruhepause macht. Erst die moderne
Schlafforschung konnte das Gegenteil beweisen:
Wenn wir schlafen, sind einige Organsysteme – darunter vor allem das Gehirn – oft sogar aktiver als tagsüber.
Diese Organsysteme sind nachts besonders aktiv
• Gehirn und Nervensystem
• Immunsystem
• Hormonsystem
Während des Schlafs regeneriert sich der Stoffwechsel, die Körperzellen nehmen Substanzen neu auf, die sie tagsüber verbraucht haben. Vor
allem während des Tiefschlafes läuft außerdem die Immunabwehr auf Hochtouren. So befinden sich in der frühen Phase des Schlafes weniger
Immunzellen (Monozyten) im Blut, weil sie zu dieser Zeit in den Geweben auf der Jagd nach Krankheitserreger unterwegs sind.
Wichtig ist der Schlaf auch für Ihr Gehirn, das während des Schlafes die Gelegenheit bekommt, die Informationsflut des Tages zu verarbeiten.
In vielen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass ausreichend Schlaf für die Gedächtnisleistung und das Lernen notwendig ist.
Der Schlafforscher Professor Horst Lorenz Fehm von der Universität Lübeck hält Schlaf sogar für notwendig, um der Altersdemenz vorzubeugen. Er
formuliert etwas überspitzt: „Ohne Schlaf werden wir zu Idioten.”
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